Orientierungsverlust ist prinzipiell kein Grund in Panik zu geraten. Ernster ist es, wenn der Orientierungsverlust
wegen Schlechtwetter auftritt. Einige Grundsätze solltest du unbedingt beherzigen.
Ruf SOFORT eine Frequenz, auf der du Radarunterstützung bekommst. (Turm, Radar oder auch Wien Information 124,4)
Teile unmissverständlich deine Lage mit und versorge den Lotsen mit allen
Informationen die dir einfallen. (Wer bist du? Wo willst du hin? Wo war deine letzte bekannte Position etc.)
Wenn es dir relevant erscheint aber auch alles andere (Wie lange reicht der Sprit noch? Hast du andere zusätzliche
Probleme? Gibt es besondere Wetterbedingungen wie geschlossene Wolkendecke? etc.) Phraseologie oder Sprache
spielen hier überhaupt keine Rolle, also lass dich davon nicht ablenken.
Bleib in Kontakt bis das Problem gelöst ist und versorge den Lotsen mit
weiteren Infos. Nur du kannst wissen, wo Wolken sind etc. Teile dies dem Lotsen mit.
Der Lotse wiederum hat (Radar-)Informationen die dir nicht zur Verfügung stehen und kann dir damit helfen.
In Zusammenarbeit mit einem Radarlotsen läßt sich das Problem des Orientierunsverlustes nomalerweise rasch
und problemlos lösen. Der Lotse kann dich am Radarschirm identifizieren und dir deine Position mitteilen,
kann dir Steuerkurse bis zu einem markanten Landschaftsmerkmal geben (Flüsse, Autobahn etc.).
Auch wenn dein Luftfahrzeug mit keinem Transponder ausgerüstet ist, hat der Lotse Möglichkeiten dich zu
unterstützen. (Zum Beispiel durch Radaridentifizierung ohne Transponder oder durch Peilung.)
Das Wichtigste ist aber möglichst rasch um Hilfe zu fragen. Je länger du orientierungslos weiterfliegst,
desto weiter kannst du in Gebiete fliegen, in die du eigentlich nicht fliegen solltest. Du brauchst keine Angst
haben, dass ein Orientierungsverlust irgendwelche Konsequenzen etc. haben könnte. Es wird dich nachher niemand
fragen was das Problem war, sofern du nicht länger herumirrst und in freigabepflichtige Zonen einfliegst.
Wir haben ein Funkbeispiel ausgearbeitet, wie ein Orientierunsverlust abgehandelt werden kann.
Keinesfalls sei dies als Verharmlosung gedacht. Ein sicherer Pilot ist vorrangig bestrebt, nicht in so eine
Situation zu kommen. Besonders gefährlich wird der Orientierungsverlust, wenn er auf Grund von Wolken auftritt.
Der Flug durch Wolken ohne entsprechende Ausbildung endet regelmäßig in tragischen Unfällen.
Damit's nicht soweit kommt
"Unbekannter Flughafen, der von einer Cessna 150 umkreist wird, bitte identifizieren Sie sich".
(weitere funkerische "Hoppalas" gibts hier) |